Aktiv werden für Europa

Sie wollen sich für Europa stark machen? Hier sind einige Initiativen, die sich für eine europäische Perspektive einsetzen. Suchen Sie sich eine aus, die zu Ihnen passt! Je nachdem, wo Sie leben, an wen Sie sich wenden wollen, was Sie sonst so machen und woran Sie glauben.

Wir werden diese Liste mit der Zeit vervollständigen. Darauf sollten Sie jedoch nicht warten. Jetzt ist die Zeit, um sich einzubringen!

Initiativen

Pulse of Europe — Die 2016 gegründete, parteiunabhängige Bürgerinitiative Pulse of Europe will keine Protestbewegung, sondern eine Bewegung für Europa sein, die nationalistischen Tendenzen mit positiven Impulsen entgegenwirkt. Die Bewahrung der EU als Bündnis zur Sicherung des Friedens und Werten wie Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit stehen im Mittelpunkt. Mit Blick auf die Wahlen in Frankreich und Deutschland wird jeden Sonntag um 14 Uhr in zahlreichen deutschen und anderen europäischen Städten zu Demonstrationen aufgerufen. Das Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich in Europa zu versammeln, die für Europa einstehen und so dazu beitragen, dass nach den Wahlen pro-europäische Kräfte mehrheitsfähig regieren können. Interessierte werden dazu aufgefordert, bei den sonntäglichen Versammlungen mitzumachen und weitere Teilnehmer zu motivieren. Es sollen außerdem weitere europäische Städte aktiviert werden; außen denen Aktionen auf der Straße finden auch Lesungen, Diskussionsrunden und Konzerte statt.

European Democracy Lab — Die “Europäische Republik” ist eine Initiative des European Democracy Labs, einer NGO in Berlin, deren Gründerin und Direktorin, Ulrike Guérot, ihre Idee u.a. auf der re:publica 2016 vorstellte. Guérots „EUtopie“ gilt der Etablierung der ersten postnationalen Demokratie der Welt, die schrittweise bis 2045 realisiert werden soll. Der konkrete Vorschlag sieht eine neue Bürger-Union mit einem europäischen Senat vor, der die Regionen vertritt, einem direkt zu wählenden europäischen Präsidenten sowie einem Parlament, dessen Zusammensetzung die Bürger nach dem Prinzip „eine Person, eine Stimme“ bestimmen. Die demokratischen Grundanforderungen der Rechtsgleichheit und Gewaltenteilung sollen auf die EU-Ebene übertragen werden.

European Alternatives — European Alternatives ist ein transnationales Netzwerk von Einzelpersonen und Vereinen mit Sitz in London und anderen europäischen Städten, das sich für ein postnationales Europa einsetzt. Geschäftsführerin ist Daphne Büllesbach, die außerdem das Berliner Büro leitet und für die Kulturveranstaltungen Transeuropa Festival und Campus of European Alternatives verantwortlich ist. Durch eine Vielzahl von Aktivitäten, Kampagnen, Publikationen und Projekten wird unter dem Motto „imagine, demand, inact“ für eine transnationale Demokratie auf dem Kontinent gekämpft. Die Initiative hat den Charlemagne-Preis des Europäischen Parlaments sowie den 2. Platz des „Civil Society Prize“ des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses erhalten. Lokalgruppen bestehen in einer Reihe von europäischen Hauptstädten; darüber hinaus kann sowohl als Individuum als auch als Organisation eine Mitgliedschaft abgeschlossen werden.

DiEM 25 — DiEM25 ist eine europaweite linke Basisbewegung für ein sozialeres Europa, das auf den ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis zurückgeht. Mitglieder des Koordinierungskollektivs sind u.a. Noam Chomsky, Brian Eno und Srecko Horvat, beratende Unterstützung wird geleistet durch Julian Assange, Saskia Sassen, Slavoj Žižek und weitere. Der Leitspruch lautet: „Die EU wird entweder demokratisiert, oder sie wird zerfallen!“; dieser drohende Zerfall Europas soll durch eine tiefgreifende Demokratisierung der Union bis zum Jahr 2025 abgewendet werden.DiEM25 setzt sich für eine verfassunggebende Versammlung ein, deren Beschlüsse bis 2025 umgesetzt werden sollen. Zu verschiedenen Themenfeldern, etwa einem “New Deal” für Europa wurden Positionspapiere ausgearbeitet. Darüberhinaus laufen verschiedene Petitionen, etwa „#StopTheDeal“, die zum Ziel hat, das Türkei-EU-Flüchtlingsabkommen vor Gericht zu bringen. Es bestehen vielfältige Möglichkeiten, sich einzubringen (z.B. durch kostenlose Mitgliedschaft, ehrenamtliche Tätigkeiten, aktive Teilnahme in Lokalgruppen etc.). Es wird damit gerechnet, dass sich DiEM25 als transnationale Liste für die Europa-Wahl 2019 aufstellen wird.

Restart Europe Now! — Restart Europe Now! ist eine überparteiliche aber primär im rot-rot-grünen Spektrum beheimatete Initiative von Gesine Schwan, die im Januar 2016 ins Leben gerufen wurde. Der deutschen Dominanz, technokratischen Regelfixiertheit und alternativlosen Sparpolitik in Europa soll entgegengetreten werden. Gefordert wird eine Europapolitik, die den Zusammenhalt fördert, Solidarität stärkt und der innereuropäischen Vielfalt gerecht wird, um auf diese Weise die europäische Idee wiederbeleben. Die InitiatorInnen treten zu verschiedenen europapolitischen Fragen mit Stellungnahmen an die Öffentlichkeit.

Die Union der Europäischen Föderalisten — wurde bereits kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet und ist mit 24 nationalen Sektionen und ca. 20.000 Mitgliedern die mitgliederstärkste proeuropäische Vereinigung. Ihre vorrangigen Ziele sind die Demokratisierung der Europäischen Union und die Schaffung eines föderalen europäischen Bundesstaats. Die Jungen Europäischen Föderalisten sind ihr Jugendverband, der mit “Treffpunkt Europa” ein fünfsprachiges Onlinemagazin betreibt.

DEMO — „Let’s be a voice, not an echo“: Initiiert von der Journalistin Mareike Nieberding soll DEMO als „Jugendbewegung für Demokratie, Dialog und eine offene Gesellschaft“ junge Menschen miteinander ins Gespräch bringen und ihnen den eigenen politischen Einfluss bewusst machen. Bisher war DEMO vor allem als Facebook-Plattform und per Mailingliste aktiv, nun soll abseits von Filterblasen über die digitale Vernetzung hinaus ein persönlicher Dialog entstehen. Konkret wird dafür eine Deutschlandreise durch alle Bundesländer geplant, die von Juli bis September 2017 im Vorfeld der Bundestagswahl  in drei „DEMOnischen Aktionsmonaten“ durch Workshops, Diskussionen und Konzerte junge Menschen zwischen 16 und 21 ansprechen soll. Sie sollen daran erinnert werden, dass die junge Generation in der alternden Gesellschaft Deutschlands in der Unterzahl ist und daher umso mehr Wahlbeteiligung von ihr ausgehen müsste, um bei der eigenen Zukunftsgestaltung mitzureden. Jede/r darf mitmachen und z.B. eine Veranstaltung organisieren oder einer Regionalgruppe beitreten. Die Reise beschränkt sich nicht nur auf die Metropolen Deutschlands, sondern soll gezielt den Stadt-Land-Konflikt überwinden, indem auch kleine Orte besucht werden. DEMO ist darüber hinaus auch Teil der Kampagne “Beschützt die Europäische Union” des Künstlers Wolfgang Tillmans.

Think tanks

Jacques-Delors-Institut — Das Jacques-Delors-Institut ist ein forschungsorientierter Thinktank, der 1996 von Jacques Delors, ehem. Präsident der Europäischen Kommission, unter dem Namen “Notre Europe” gegründet wurde und seinen Sitz in Paris hat. Zusammen mit der Hertie School of Governance wurde 2014 das Jacques Delors Institut Berlin gegründet. Publikationen zu Analysen und Maßnahmenvorschlägen für Entscheidungsträger, Seminare und Konferenzen sowie öffentliche Debatten und Medienauftritte stehen im Mittelpunkt. Die derzeitigen Schwerpunktthemen des Berliner Büros, dessen Direktor Henrik Enderlein ist, umfassen die Wirtschafts- und Währungsunion, Außenbeziehungen und Sicherheitspolitik, Energie sowie EU-Institutionen und Governance. Zu den regelmäßigen Veranstaltungen gehört z.B. „EU to go“, ein 30-minütiges Frühstück im Delors-Institut am Pariser Platz in Berlin mit EU-Input der Delors-Wissenschaftler.

Polis 180 — Polis180 ist ein junger Grassroots-Thinktank in Berlin für Außen- und Europapolitik, der wissenschaftliche Erkenntnisse in den politischen Diskurs einbringen und sich als Sprachrohr der jungen Generation engagieren will. Neben den Themen Migration, Frieden und Sicherheit, sowie Digitalisierung und Datensicherheit, teilt sich das Programm “Europäische Union” in drei Bereiche auf: Europäische Identität, Post-Brexit-Europa und europäische Sicherheitspolitik. In Blogbeiträgen, Publikationen, interaktiven Debattenformaten und verschiedenen Veranstaltungsformaten wird die Zukunft Europas debattiert und Handlungsempfehlungen erarbeitet. Unterstützung ist in Form einer Mitgliedschaft (mit Vergünstigungen für Studierende), durch Spenden oder dem Engagement im Orga-Team möglich.


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